Rechtsanwaltskanzlei

Elke Giesen

Schwerpunkt Hochschulrecht

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Der August: Monat der Entscheidung

August ist Hochsaison bei Studienplatzproblemen

Heißer August für Studienbeweber (für das Wintersemester)
... oder heißer Februar (für das Sommersemester)


Nicht Sommerloch, sondern alljährlich Hochsaison ist im August bei vielen Universitätsverwaltungen und bei "Hochschulstart", der Stiftung für Hochschulzulassung. "Hochschulstart" vergibt ausschließlich die bundesweit zulassungsbeschränkten Studienfächer Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Von ihr erhalten die glücklichen Abiturienten mit Bestnoten Mitte August die verbindliche Zusage eines Studienplatzes. Die wenigsten der Antragsteller haben den nötigen Abiturnotendurchschnitt für diese Sofortzulassung in der sogenannten Abiturbestenquote: Für Humanmedizin um 1,1, für Zahnmedizin um 1,3.

20 % der Studienplätze werden über diese Abiturbestenquote vergeben.

Etwa gleichzeitig erfolgt von "Hochschulstart" die Absage für die meisten der Antragsteller, des Weiteren werden Mitteilungen über die Teilnahmemöglichkeit am Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) verschickt. Im Rahmen des AdH werden 60 % der Studienplätze vergeben. In dieser Quote zählen neben der Abiturnote auch Kriterien wie Berufsausbildung, Medizinertest (TMS), HAM-Nat und das Überzeugungsvermögen im Auswahlgespräch. Jede Hochschule kann die Gewichtung solcher Pluspunkte relativ autonom definieren. Für viele Bewerber ist die Zukunft und also die Lebensplanung demnach noch offen - Stress garantiert.

Unterdessen versenden die Universitäten selbst bereits ab Anfang August die ersten Zulassungen oder Ablehnungen für andere Studiengänge.

Es gibt ca. 4000 örtlich beschränkte NC-Studiengänge, die überwiegend (noch) von den Universitäten autonom bewirtschaftet werden. Daraus ergbit sich das bekannte Problem, dass durch Mehrfachzulassungen und zu späte Nachrückverfahren Jahr für Jahr tausende Studienplätze nicht besetzt werden können. Dies betriftt auch begehrte Studiengänge wie beispielsweise Biologie Bachelor of Science. In diesem Fach sind bisher fast alle Bewerber auch mit weniger guten Noten zugelassen worden, vorausgesetzt, dass umfängliche Bewerbungen im ganzen Bundesgebiet erfolgten. Für die anderen Fächer bleibt immer noch die Möglichkeit des Klageverfahrens.

Von mehr freien Studienplätzen können Medizinbewerber dahingegen nur träumen.

Die Bewerbungssituation bei den medizinischen Fächern hat sich in den letzten Jahren eindeutig verschärft.  Bei dem besonders begehrten Fach Humanmedizin überschreitet die Zahl der Bewerber regelmäßig die Zahl der Studienplätze mindestens um das Vierfache. Wer beim Abitur einen ,,schlechteren'' Notendurchschnitt als etwa 1,4 erzielt hat und über keine Zusatzqualifikationen (z.B. einen excellenten Medizinertest oder eine Berufsausbildung) verfügt, wird auch dann abgelehnt, wenn er den Grenzwert nur haarscharf verfehlt hat. Er muss gegenwärtig mit etwa 7 Jahren Wartezeit rechnen, bis er sein Studium beginnen kann.

Wartezeiten verlängern sich:

Die Wartezeit für Humanmedizininteressenten, also für die große Mehrheit der Studienbewerber, hat sich insofern verschärft, als diese im WS 16/17 nur dann mit einer Wartezeit von 7 Jahren bzw. 14 Semestern einen Studienplatz erhielten, wenn sie einen Abiturnotendurchschnitt von nicht schlechter als 2,9 hatten. Wer über dieser Notengrenze lag, musste noch ein 15. Wartesemester vorweisen. Wer also schon sieben bis siebeneinhalb Jahre wartete, darf nun endlich studieren. Für Tiermedizin ist die voraussichtliche Wartezeit inzwischen auch etwa sechs Jahre, ebenso für Zahnmedizin. 20 % der Studienplätze werden im Rahmen der Wartezeitquote vergeben.

Die Tabellen mit den Auswahlgrenzen in den Kategorien Abiturbestenquote, Auswahlverfahren und Wartezeitquote finden Sie auf der amtlichen Seite von "hochschulstart.de".

Diese Tabellen zeigen die nötigen Abiturnoten der Bewerber mit Herkunft (Abitur) aus den verschiedenen Bundesländer, die Auswahlkriterien der Hochschulen im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) sowie die Anzahl der nötigen Wartesemester in Kombination mit der Abiturnote.

Sie können mit Hilfe der Tabellen Ihre persönliche Siuation gut einschätzen und entscheiden, ob Sie auf "Hochschulstart" setzen oder sich nach Alternativen umsehen. Wir beraten Sie über die Auswahl der Hochschulen bei "Hochschulstart", auch in Hinblick auf ein eventuelles Klageverfahren. Denn einige Verwaltungsgerichte verlangen, dass die verklagte Hochschule bei der "Hochschulstart"-Bewerbung in  der AdH-Quote angegeben wurde. Auch aus diesem Grund ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme wichtig.

Die Bewerbungsfristen bei "Hochschulstart" sind der 31.05. (für Altabiturienten) bzw. 15.07. (für Neuabiturienten) für das Wintersemester sowie der 15.01. (für alle Bewerber) für das Sommersemester.

Mehr Information:

Rechtsanwaltskanzlei Elke Giesen Tel. 0228-314 113 von 9-13 Uhr

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Seit über 25 Jahren spezialisiert auf Hochschulrecht; mehr als 1000 Studenten erreichten so ihr Wunschstudium.

Aktuell

Studienplatzverfahren zum Wintersemester 2017/2018

Für die Einleitung der Studienplatzklagen (Kapazitätsklagen) sind  spezielle Fristen zu beachten. Für einige Bundesländer ist die Frist des 15. Juli 2017 bereits verstrichen. Die nächsten Fristen laufen z.B. am 01.09.2017 für die hessischen Universitäten und am 01.10.2017 für die Hochschulen in NRW, Berlin und Brandenburg ab. Nur bei Wahrung dieser Fristen stehen die dortigen Hochschulen zur Auswahl. Sind diese Fristen verstrichen, reduzieren sich die Erfolgschancen einer Klage erheblich. Zögern Sie daher nicht, uns umgehend anzurufen und sich unverbindlich zu informieren.  

Für Klagen gegen die Ablehnungsbescheide der Stiftung für Hochschulzulassung (früher ZVS) und gegen die Ablehnungsbescheide der Hochschulen im regulären Verfahren gelten die Fristen, die auf dem jeweiligen Ablehnungsbescheid genannt sind.

Wir beraten Sie unverbindlich über die Chancen eines Studienplatzverfahrens gegen eine oder mehrere Hochschulen.